Leichte Sprache

Diagnose und Therapie

Eine Diagnose kann vieles erklären.
Und eine Diagnose kann Wege zu Hilfen öffnen.
Der Weg zur Diagnose ist in Deutschland oft lang.
In diesem Text steht:
So läuft der Weg ab.

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Was bringt eine Diagnose?

Diagnose bedeutet:
Fach-Leute stellen fest:
Ein Mensch hat zum Beispiel ADHS.
Oder ein Mensch ist autistisch.

Viele Menschen sagen:
Die Diagnose war eine Erleichterung.
Endlich gibt es eine Erklärung für meine Schwierigkeiten.

Oft brauchst du eine Diagnose für Hilfen.
Zum Beispiel für einen Nachteils-Ausgleich in der Schule.
Oder für einen Schwer-Behinderten-Ausweis.

Du entscheidest selbst:
Möchte ich eine Diagnose?
Manche Menschen möchten bewusst keine Diagnose.

Wer stellt die Diagnose ADHS?

Für ADHS gibt es eine Leitlinie aus dem Jahr 2026.
Eine Leitlinie ist ein Text für Fach-Leute.
In der Leitlinie steht zum Beispiel:
Diese Fach-Leute sollen die Diagnose stellen.3

Für Kinder und Jugendliche:3

  • Fach-Ärzte und Fach-Ärztinnen für Kinder- und Jugend-Psychiatrie
    Psychiatrie ist die Medizin für die Seele.
  • Psycho-Therapeuten und Psycho-Therapeutinnen für Kinder und Jugendliche
    Oder andere Psycho-Therapeuten und Psycho-Therapeutinnen mit der passenden Ausbildung.
  • Fach-Ärzte und Fach-Ärztinnen für Kinder- und Jugend-Medizin

Alle brauchen Erfahrung mit der Diagnose ADHS.
Und alle brauchen viel Wissen über ADHS.3
Bei Kindern kann also auch eine Kinder-Arzt-Praxis die Diagnose stellen.
Die Praxis braucht aber Erfahrung mit ADHS.

Für Erwachsene:3

  • Fach-Ärzte und Fach-Ärztinnen für Psychiatrie und Psycho-Therapie
  • Fach-Ärzte und Fach-Ärztinnen für Neurologie
    Neurologie ist die Medizin für die Nerven und das Gehirn.
  • Fach-Ärzte und Fach-Ärztinnen für psycho-somatische Medizin
    Das ist Medizin für Körper und Seele zusammen.
  • Fach-Ärzte und Fach-Ärztinnen für Nerven-Heilkunde
  • Psycho-Therapeuten und Psycho-Therapeutinnen
    Psycho-Therapeuten und Psycho-Therapeutinnen sind Ärzte und Ärztinnen.
    Oder Psychologen und Psychologinnen.

Wer stellt die Diagnose Autismus?

Für Erwachsene
Die Haus-Arzt-Praxis kann dich überweisen.
Überweisen bedeutet:
Die Praxis schickt dich zu anderen Fach-Leuten.
Die Diagnose stellen diese Fach-Leute:1

  • Fach-Ärzte und Fach-Ärztinnen für Psychiatrie
  • Psycho-Therapeuten und Psycho-Therapeutinnen mit Erfahrung bei Autismus
  • Spezial-Ambulanzen
    Eine Ambulanz ist eine Stelle für Untersuchungen.
    Man bleibt dort nicht über Nacht.
    Spezial-Ambulanzen gibt es oft an Uni-Kliniken.

Warte-Zeiten für Erwachsene
CORRECTIV hat dazu recherchiert.
CORRECTIV ist eine Redaktion.
In einer Redaktion arbeiten Journalisten und Journalistinnen.1

CORRECTIV hat knapp 70 Stellen gefunden.
An diesen Stellen bekommen Erwachsene eine Autismus-Diagnostik.
Diagnostik bedeutet:
Die Untersuchungen für eine Diagnose.
Es gibt keine zentrale Liste von diesen Stellen.1

Viele Warte-Listen waren geschlossen.
Das bedeutet:
Dort konnte man sich nicht mehr anmelden.
Im Durchschnitt warten die Menschen mehr als 12 Monate.
Das ist mehr als 1 Jahr.
An manchen Stellen warten die Menschen bis zu 4 Jahre.1

Für Kinder
Es gibt Sozial-pädiatrische Zentren.
Die Abkürzung ist: SPZ.
Pädiatrie bedeutet: Kinder-Medizin.

Im Gesetz steht:
Ein SPZ ist für bestimmte Kinder da.
Andere passende Ärzte und Ärztinnen können diese Kinder nicht behandeln.
Und Früh-Förder-Stellen können diese Kinder auch nicht behandeln.
Der Grund ist die Krankheit von dem Kind.
Die Art von der Krankheit.
Oder wie schwer die Krankheit ist.
Oder wie lange die Krankheit dauert.6

In Deutschland hat eine Studie Eltern befragt.
Die Familien kamen aus 3 Spezial-Ambulanzen.
Die Eltern haben erzählt:
So lange hat es gedauert vom ersten Verdacht bis zur Autismus-Diagnose.
Das Ergebnis:
Ungefähr viereinhalb Jahre.
Das ist ein Mittel-Wert für alle Familien.2

Tipp aus der Gemeinschaft
Dieser Tipp kommt von Betroffenen.
Der Tipp ist kein Ergebnis aus der Forschung.
Lass dich bei mehreren Stellen gleichzeitig auf die Warte-Liste setzen.
Sammle schon vorher Unterlagen aus deiner Kindheit.
Frag vor dem Termin:
Rechnet die Praxis mit meiner Kranken-Kasse ab?
Dann bezahlt die Kranken-Kasse.

Nach der Diagnose

So geht es weiter.
Das hängt ab:
Von der Diagnose.
Vom Alter.
Und von der Belastung.

Die Leitlinie für ADHS sagt:
Fach-Leute sollen immer ausführlich über ADHS aufklären.
Das Fach-Wort dafür ist: Psycho-Edukation.
Dazu kommen je nach Schwere:
Hilfen ohne Medikamente.
Oder Medikamente.
Oder beides.3

Für Autismus gibt es eine Leitlinie für die Therapie.
Die Leitlinie ist aus dem Jahr 2021.4

Viele Menschen haben nach der Diagnose viele Gefühle.
Zum Beispiel Erleichterung.
Aber auch Trauer über verpasste Chancen.
Reden mit anderen Betroffenen kann helfen.
Zum Beispiel in der Gemeinschaft von Neuroknoten.
Oder in einer Selbst-Hilfe-Gruppe.

Was steht auf dem Befund?

Ein Befund ist ein Bericht vom Arzt oder von der Ärztin.
Auf dem Befund steht die Diagnose.

In Deutschland schreiben Ärzte und Ärztinnen die Diagnose als Code auf.
Die Codes kommen aus einer Liste.
Die Liste heißt: ICD-10-GM.
Das ist auch im Jahr 2026 noch so.5

Es gibt schon eine neue Liste.
Die neue Liste heißt: ICD-11.
Die ICD-11 gilt seit dem Jahr 2022 für die ganze Welt.
Aber für Deutschland gibt es noch keinen Termin.5

Darum stehen auf Befunden noch alte Namen.
Zum Beispiel:

  • Asperger-Syndrom
    Der Code dafür ist: F84.5
  • Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeits-Störung
    Der Code dafür ist: F90.0

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Quellen

Im Text stehen kleine Zahlen.
Die Zahlen gehören zu den Quellen.
Quellen sind Texte.
Aus diesen Texten haben wir unser Wissen.
Die Quellen sind in schwerer Sprache.
Viele Quellen sind auf Englisch.

  1. CORRECTIV: Unsichtbare Barrieren – Autismus im Erwachsenenalter (2024)
  2. Höfer u. a.: Pathways to a diagnosis of autism spectrum disorder in Germany – a survey of parents (2019)
  3. S3-Leitlinie ADHS, Version 2.0 (AWMF 028-045), Langfassung, Empfehlung 1.1.2 (2026)
  4. S3-Leitlinie Autismus-Spektrum-Störungen, Teil 2: Therapie (AWMF 028-047), Kurzfassung (2021)
  5. BfArM: ICD-11 – Stand der Einführung in Deutschland (2026)
  6. § 119 SGB V – Sozialpädiatrische Zentren

Dieser Text ersetzt keine Beratung beim Arzt oder bei der Ärztin.
Stand: 26.10.2026